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< Zurück zur Übersicht Rückblick 2018 – Ausblick 2019 07.12.2018 - 07:26 Uhr Das Jahr 2018 neigt sich dem Ende zu

Auch in diesem Jahr wurden wieder Geburtshilfeabteilungen geschlossen. Auch in unserem Bundesland.

Für die Frauen bedeutet die Schließung der Geburtshilfe, dass längere Anfahrtswege in Kauf genommen werden müssen – nicht nur zur Geburt, sondern auch bei Schwangerschaftsbeschwerden, fraglichem Geburtsbeginn, Problemen im Wochenbett, die eine stationäre Aufnahme nötig werden lassen. Werden die Fahrzeiten länger, steigt u.a. die Anzahl an unnötigen Einleitungen auf mütterlichen Wunsch. Medikamentengaben bis hin zum Kaiserschnitt wegen mütterlicher Erschöpfung können folgen.

Die Hebammen dieser Abteilungen nehmen Abschied von Ihrem Arbeitsplatz - oft kurzfristig und ohne Aussicht auf eine vergleichbare, wohnortnahe Weiterbeschäftigungsmöglichkeit. Die auffangenden Kliniken verzeichnen eine rasante Zunahme von Schwangeren, Gebärenden und Wöchnerinnen, die bei gleichbleibendem Personalstand und Raumausstattung versorgt werden müssen. Die Arbeitsbelastung der bereits am Limit arbeitenden Kolleginnen steigt weiter.

Die Situation in den Geburtshilfekliniken muss sich verändern. Wir brauchen eine gute finanzielle und personelle Ausstattung der Geburtshilfen in unserem Land, um die Erreichbarkeit der Geburtshilfeabteilungen und die Betreuungssituation der uns anvertrauten Schwangeren und jungen Mütter zu verbessern. Deshalb fordert der DHV nun Geburtshilfestärkungsgesetz!

Ausblick für das Jahr 2019
Politische Schwerpunkte des Deutschen Hebammenverbandes werden 2019 vor allem die Realisierung der angekündigten Akademisierung des Hebammenberufs und die sich verschärfende schwierige Lage in Deutschlands Kreißsälen sein. Die Akademisierung bedeutet eine der größten Reformen für den Hebammenberuf und einen Umbruch für den Berufsstand. Mitte Januar 2020 muss die Reform bereits umgesetzt sein. Der Hebammenverband drängt auf rasche Klarheit bei den vielen noch offenen Fragen der Ausgestaltung und des Übergangs. Dringend geregelt werden muss auch die schwierige Lage in der Geburtshilfe. Dies ist auch im Koalitionsvertrag festgelegt. Um Abhilfe bei überfüllten Kreißsälen und sich stetig verschlechternden Arbeitsbedingungen in den Kliniken zu schaffen, fordert der DHV ein Geburtshilfe-Stärkungsgesetz.

„Hebammen müssen gestärkt werden. Vor allem in den Kliniken brauchen wir mehr Hebammen und bessere Arbeitsbedingungen“, so Ulrike Geppert-Orthofer, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbands e. V. Eine wohnortnahe und gute Geburtshilfe für jede Frau und jedes Kind muss flächendeckend sichergestellt sein. Der Rückzug von Hebammen aus ihrem Beruf sowie zahlreiche Kreißsaalschließungen gefährden diese.

Akademisierung des Hebammenberufs
„Der Hebammenberuf geht an die Hochschule. Damit stellen wir sicher, dass die Qualität der Versorgung von Mutter und Kind bestmöglich sein kann. Der Berufsstand bleibt attraktiv“, meint Yvonne Bovermann, Präsidiumsmitglied im DHV. In fast allen europäischen Ländern wurde die Hebammenausbildung bereits vollständig an Hochschulen überführt. In Deutschland muss nun der gesetzliche Rahmen schnell gestaltet werden.

Geburtshilfe-Stärkungsgesetz gefordert

Die Arbeitsbelastung für Hebammen in den Kliniken ist steigend. Bereits jetzt betreut eine Hebamme in Deutschland mehr als doppelt so viele Geburten wie eine Hebamme beispielsweise in Großbritannien. „Wir brauchen ein Geburtshilfe-Stärkungsgesetz“, betont Susanne Steppat, Präsidiumsmitglied im DHV. Eine Eins-zu-eins-Betreuung durch eine Hebamme für eine Frau und Familie solle auch in Kliniken Standard sein, so Steppat. Der DHV hat dazu zehn Forderungen für eine gute klinische Geburtshilfe entwickelt. Diese Forderungen umfassen beispielsweise die Verbesserung der Finanzierung der Geburtshilfe sowie die Anpassung von Personalschlüsseln an internationale Standards.

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