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| Wochenbett |
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Zeit der Umstellung – Was geschieht im Wochenbett? - Erholung und Neuorientierung – Vorbereitung auf die Wochenbettzeit - Hebammenhilfe
Unmittelbar nach der Geburt Ihres Kindes beginnt die Zeit des Wochenbetts. Das Wort "Wochenbett" kommt aus einer Zeit, als die Frauen nach der Geburt noch sechs Wochen lang im Bett lagen und gemeinsam mit ihrem Kind von der Großfamilie umsorgt wurden. Heute wird dieser Zeit viel zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Viele Frauen erwarten von sich selbst, dass sie ganz schnell wieder fitt sind und ihr Leben so weiter geht wie bisher. Da es jedoch eine Phase der Umstellung und Neufindung ist, braucht die "Wöchnerin" , aber auch Ihre Familie , ausreichend Zeit und Ruhe, damit die Anpassung an das neue Leben gelingt. Deshalb möchten wir Sie ermutigen, sich schon einige Zeit vor der Geburt gemeinsam mit Ihrem Partner, Ihre Familie und den Menschen, die Ihnen nahe stehen, zu überlegen, wie Sie dafür sorgen können, dass es Ihnen in dieser wichtigen Zeit gut geht . Was geschieht im Wochenbett? Das Wochenbett verläuft in drei Entwicklungsphasen, in denen Sie immer mehr in den neuen Lebensabschnitt hineinwachsen: die ersten zehn Tage, die folgenden sieben Wochen und die weiteren vier Wochen bis etwa ein Vierteljahr nach der Geburt - natürlich mit individuellen Unterschieden. In dieser Zeit der laufen eine ganze Reihe körperliche und seelische Prozesse gleichzeitig ab. Die Gebärmutter bildet sich zurück, die Milchproduktion und das Stillen kommen in Gang und eventuelle Verletzungen durch einen Dammriss, Dammschnitt oder einen Kaiserschnitt heilen. Außerdem findet die hormonelle Umstellung statt und es setzt - zu individuell sehr unterschiedlichen Zeitpunkten - die Funktion der Eierstöcke und die Regelblutung wieder ein. Die gesamte körperliche und seelische Umstellung dauert viel länger. In dieser Zeit erleben Sie auch eine große emotionale Entwicklung: Sie lernen einen neuen Menschen kennen und knüpfen ein lebenslanges Band mit Ihrem Kind. Sie nehmen die vorläufige, lebensnotwendige Abhängigkeit Ihres Kindes von Ihrer Liebe, Nahrung und Pflege rund um die Uhr an. Sie verarbeiten das Geburtserlebnis und es erhält einen Platz in Ihrem Leben. Sie werden vertrauter mit der neuen Familiensituation Die körperlichen und seelischen Veränderungen und die Umstellung, die das Leben mit einem Baby bedeutet, sind eine große Herausforderung für die ganze Familie. Die erste Wochenbettszeit ist für viele Mütter - besonders nach der Geburt des ersten Kindes - sehr anstrengend und voller Emotionen. Schlafdefizite, Unsicherheiten im Umgang mit dem Baby, Stillen, das "Hormonkarussell" und die damit verbundene Dünnhäutigkeit erhöhen die Sensibilität. Diese Sensibilität ist aber notwendig und von der Natur so gewollt, damit Sie sich Ihrem Kind öffnen und sensibel auf seine Bedürfnisse eingehen können. Auch der Vater ist - neben Stolz und Freude - durch die Umstellungen und die neue Verantwortung belastet. Dazu kommt, dass viele Frauen und Elternpaare heute auf sich gestellt sind und keine helfenden Verwandten in der Nähe haben. Erholung und Neuorientierung Die Geburt eines Kindes verändert die Beziehung eines Paares. Sie sind jetzt Eltern, tragen eine gemeinsame Verantwortung und müssen sich einlassen auf das Leben mit einem Baby, das nur begrenzt planbar ist. Dabei sind Sie unterschiedlichen Anforderungen ausgesetzt. Ihre Partnerschaft muss neu definiert werden. Sie brauchen jetzt Geduld, Verständnis für einander und Zeit, um über die Veränderungen und Empfindungen zu sprechen damit das Zusammenwachsen Ihrer Familie gelingt. Es ist hilfreich, wenn Sie in Ihrer Wochenbettzeit versuchen, alle unnötigen Belastungen zu vermeiden. Nutzen Sie, wenn es möglich ist, die Zeit des Mutterschutzes vor der Geburt, um alles zu erledigen und vorzubereiten, was nötig ist. Aus unserer Erfahrung raten wir Ihnen: Nehmen Sie sich Zeit, in dieser neuen Lebensphase anzukommen! Gönnen Sie sich mit Ihrem Partner und dem Baby soviel Zeit und Ruhe wie möglich! Schützen Sie sich vor Störungen von außen - auch vor zu vielen Telefonaten! Verschieben Sie die Besuche von Freunden und Verwandten auf (14 Tage) später! Wählen Sie wenige Menschen aus, die gleich in den ersten Tagen das Neugeborene bewundern dürfen. Sorgen Sie dafür, dass nicht nur Sie selbst sondern möglichst auch die ganze Familie versorgt wird: durch Verwandte, Freundinnen und Freunde oder eine Haushaltshilfe. Sie sollten in den ersten zwei Wochen nach der Geburt keinerlei Haushaltsarbeit wie Wäsche, Kochen, Staubsaugen machen. Schwer heben und tragen sollten Sie sechs Wochen lang vermeiden. Nach einer ambulanten Geburt oder wenn Sie schon einen oder zwei Tage nach der Geburt nach Hause gehen, haben Sie das Recht auf die Erstattung von Haushaltshilfe durch die Krankenkasse. Weitere Informationen dazu erhalten Sie von Ihrer Hebamme, die Sie im Wochenbett begleitet. Sie haben auch die Möglichkeit, eine Haushaltshilfe privat zu engagieren. Es gibt Frauen, die sich darauf spezialisiert haben, junge Familien im Wochenbett zu versorgen. Außerdem gibt es in mehreren Hamburger Stadtteilen die Organisation "Welcome", in der ehrenamtlich arbeitende Frauen Mütter im Wochenbett betreuen. Sprechen Sie mit Ihrem Partner offen über Ihre Gefühle - auch über die negativen. Und nutzen Sie jede Gelegenheit zum Schlafen! Alles, was Sie einsetzen, um sich und Ihre Familie in dieser wichtigen Lebensphase zu schützen, werden Sie zurückbekommen, indem Sie Kraft, Energie und Gelassenheit gewinnen, um die anstehenden Aufgaben zu bewältigen. Fürsorge im Wochenbett ist der beste Schutz gegen Babyblues und Wochenbettdepression! Wenn Sie Ihrer Wochenbettszeit den ihr gebührenden Raum geben, erholen Sie sich schneller. Vor allem können Sie diese bewegende Zeit trotz aller Anstrengung auch genießen. Schließlich sind es auch "Babyflitterwochen". Hebammenhilfe Die Wochenbettbetreuung durch die freiberufliche Hebamme wird von Ihrer Krankenkasse bezahlt. Die Hebammen kommt in den ersten achten Wochen nach der Geburt so oft wie es erforderlich ist. In den ersten Tagen kann dies fast täglich sein. Je sicherer Sie werden, desto größer werden- in Abstimmung mit Ihrer Hebamme - die Abstände zwischen den Besuchen werden. Bei Stillproblemen ist die Hebamme bis zum Ende der Stillzeit Ihre Ansprechpartnerin. Die Hebamme sieht sich das Neugeborene an, kontrolliert sein Wohlergehen. entnimmt am 3. - 5. Lebenstag Blut aus der Ferse des Säuglings für mehrere Stoffwechseltests. leitet Sie bei der Pflege Ihres Kindes an. hilft eventuelle Anfangshürden beim Stillen zu meistern. zeigt Möglichkeiten zum Beruhigen des Babys. begleitet und kontrolliert die körperlichen Umstellungs- und Heilungsprozesse der Frau. berät Sie bei Körperpflege und Ernährung. zeigt erste Übungen zur Stärkung des Beckenbodens und zur Rückbildung der Gebärmutter. ist offen für Gespräche zur Verarbeitung und Annahme des Geburtserlebnisses. bezieht den Partner, Geschwister oder andere Familienangehörige mit ein. zieht die frauen- oder kinderärztliche Betreuung hinzu, wenn sich bei Mutter oder Kind Schwierigkeiten entwickeln. gibt Hinweise auf weiterführende Gruppen nach sechs Wochen wie Mutter-Kind-Gruppen, Stillgruppen, Rückbildungsgymnastik, spezielle Beckenbodenkurse, Babymassage u.s.w. informiert Sie über Fragen der Empfängnisverhütung während der Stillzeit. ist einfach für all die großen und kleinen Frage da (die Sie am besten in der Zeit zwischen den Besuchen auf einen Zettel schreiben). Die Hebamme ist auch Ihre Ansprechperson für den Babyblues . Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrer Hebammen zu sprechen, wenn Sie das Gefühl haben, Ihre Stimmungstiefs oder Gefühlsschwankungen sind mehr als hormonell bedingt und Sie könnten eine Wochenbettdepression bekommen. (c) Dr. Angelica Ensel |




