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Hebammen gegen Rechts: Positionspapier des Hebammen-Landesverbandes Rheinland-Pfalz e.V.28.01.2025 - 10:03 Uhr
Wir, Hebammen des Hebammen-Landesverbandes Rheinland-Pfalz e.V., wenden uns an die Öffentlichkeit, da wir als Vertrauenspersonen für Frauen* und ihre Familien1, Kolleg*innen und diverser und internationaler Fachkräfte gegen die täglich zunehmenden rechtsextremen Stimmen aufstehen wollen.
Wir, unsere Berufsgruppe, unsere Mitmenschen und Politiker*innen müssen sich wehren gegen jede Form der Menschenfeindlichkeit wie Rechtsextremismus, Diskriminierung, Antisemitismus, Rassismus, Sexismus und Queerfeindlichkeit.
Die jüngsten Erlebnisse wie das Verteilen von gefälschten Abschiebetickets als Wahlkampfinstrument durch die AfD Karlsruhe und die Äußerungen von Bundeskanzlerkandidatin Weidel, die das Nazi-Regime mit Falschaussagen bagatellisiert, machen uns fassungslos, aber nicht sprachlos. Denn diese Geschichte passiert nicht zum ersten Mal und wir haben aus der Geschichte gelernt.
1933 wurde Nanna Conti zur Reichshebammenführerin ernannt. Sie war Hebamme und manipulierte während des gesamten Nazi-Regimes als NS-Propagandistin und Spitzel innerhalb von Familien und der Hebammenschaft. Sie trug maßgeblich zur NS-Mutterideologie bei und lebte Rassismus und Antisemitismus, auch unter Beteiligung an Euthanasie-Programmen. Sie wurde als Nationalsozialistin nie zur Rechenschaft gezogen.
Wir, Hebammen des Hebammen-Landesverbandes Rheinland-Pfalz e. V., wehren uns laut dagegen, rechte und geschichtsrevisionistische Parteien zu unterstützen und Demokratiefeindlichkeit und Menschenfeindlichkeit zu dulden.
Unsere Aufgabe nach § 9 Abs. 2 des HebG lautet, alle Menschen nach "dem allgemein anerkannten Stand hebammenwissenschaftlicher, medizinischer und weiterer bezugswissenschaftlicher Erkenntnisse auf Grundlage einer Berufsethik2" zu begleiten und "die besonderen Belange von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen" zu berücksichtigen. Ebenso berücksichtigen wir "den sozialen, biographischen, kulturellen und religiösen Hintergrund sowie die sexuelle Orientierung (…) der zu betreuenden Frauen und Familien".
Deshalb stehen wir für Toleranz, Vielfalt und Menschlichkeit!
Wir stehen an der Seite unserer betreuten Frauen* und Familien, egal woher sie kommen, woran sie glauben, ob sie Menschen mit Behinderung sind, welche sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität sie haben.
Wir stehen an der Seite unseres diversen Kollegiums im Hebammenwesen, der Pflege und der Ärzt*innenschaft. Alle Kolleg*innen gehören zu uns. Allen gebührt Würde und Respekt. Ohne sie würde unser gesamtes Gesundheitssystem zusammenbrechen!
Lassen Sie uns gemeinsam für eine widerstandsfähige Demokratie kämpfen!
Wählen Sie keine rechten Parteien
Lassen Sie uns gemeinsam für Menschenrechte und Menschenwürde in Deutschland einstehen
Helfen Sie mit, besonders Menschen mit Mehrfachdiskriminierung, Migrationshintergrund, Behinderung und queere Menschen in unserer Gesellschaft zu schützen
Menschen sollen im Gesundheitswesen nicht Gewalt und Diskriminierung erfahren, sondern Sicherheit, Teilhabe und Akzeptanz. NIE WIEDER IST JETZT!
1 Wir weisen darauf hin, dass wir mit Frauen* und Familien alle Menschen und Familiensysteme einschließen, die sich außerhalb des cis-heteronormativen Familienbildes verorten.